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WESPEN UND KÜHE SIND GEFÄHRLICHER ALS BÄREN

 

 

Das ist ein Blog über die finnische Sprache. Trotzdem wollen wir uns hier mit den Bären in Finnland beschäftigen. Denn bei manchen Leuten ist es so: Bevor sie sich ernsthaft der finnischen Sprache zuwenden können, müssen sie geklärt haben, was es mit den Bären in Finnland auf sich hat.

 

 

Hier also ein Basiskurs in Sachen Bären.

 

 

 

Gibt es in Finnland Bären?

 

Zwischen Finnland und Russland herrscht ein reger Grenzverkehr: Dauernd wandern Bären von Finnland nach Russland und umgekehrt von Russland nach Finnland. Da sich die Bären in  den beiden Ländern nicht beim Zollamt melden, ist ihre exakte Zahl unmöglich zu bestimmen.

 

Aber so um die 1000 Bären düften es  sein, die sich in Finnland aufhalten.

 

 

 

 

Sind Bären gefährlich?

 

Es sind fast 20 Jahre her, seit in Finnland ein Mensch Opfer eines Bären geworden ist. Das ist eine lange Zeitspanne. In dieser Zeitspanne sind manche Menschen an einem Insektenstich gestorben oder von einer Kuh tödlich verletzt worden. Die statistische Wahrscheinlichkeit, in Finnland von einer Kuh oder einer Wespe getötet zu werden ist damit also grösser als die Wahrscheinlichkeit, von einem Bären getötet zu werden.

 

Die gefährlichsten Tiere in Finnland sind allerdings weder die Wespen noch die Kühe noch die Bären. Weitaus gefährlicher sind Rentiere und Elche. Sie fressen zwar keine Menschen. Aber sie verstehen die Regeln des Strassenverkehrs nicht. Ständig spazieren sie gedankenlos über die Strassen. Heftige und zum Teil auch tödliche Kollisionen mit Autos sind die Folge.

 

 

 

Bären sind keine Menschenfresser

 

Bären sind schon allein deshalb keine gefährlichen Tiere, weil sie nicht auf Menschenjagd gehen. Bären fressen kleine Tiere wie etwa Lemminge, Mäuse oder Engerlinge. Sie ernähren sich auch gerne von Früchten, Beeren und Pilzen.

 

Menschen stehen nicht auf ihrem Speiseplan.

 

Kommt im Wald also ein Mensch in die Nähe von Bären, sind diese nicht darauf erpicht, ihn zu jagen, zu erlegen und zu verspeisen. Hören sie Geräusche von Menschen, trollen sie sich davon und gehen tief in den Wald, wo sie ihre Ruhe haben. Bären sind, auch wenn sie vielleicht nicht so aussehen, scheue Lebewesen.

 

So kommt es, dass man lange durch einsame finnische Wälder wandern kann, ohne jemals einem Bären zu begegnen.

 

 

                     * * *

 

Was die Gefährlichkeit betrifft, ist die Sachlage also klar. Man muss sich in Finnland nicht vor Bären fürchten. Doch es nützt nichts, wenn man dies den Leuten erzählt. Die Angst vor Bären bleibt, und die Leute wollen wissen, was man tun soll, wenn man eben doch  - man weiss ja nie - einem Bären begegnen sollte.

 

 

Hier in aller Kürze die Antwort.

 

 

 

Der Umgang mit Bären: ein Crashkurs

 

Beginnen wir mit dem, was Sie nicht tun sollen. Sie sollen auf keinen Fall davonrennen. Das erweckt bei einem Bären einen falschen Eindruck: Er glaubt dann, ein gesundes und quicklebendiges Lebewesen vor sich zu haben, das sich zu jagen lohnt. Dann rennt er Ihnen nach. Und er wird Sie garantiert erwischen. Bären erreichen Geschwindigkeiten von über 50 Kilometern pro Stunde.

 

Besser ist es, wenn Sie einige freundliche Worte an den Bären richten und sich langsam von ihm entfernen.


Und wenn dies nichts nützt? Wenn er Ihnen folgt?

 

In diesem Falle macht es Sinn, wenn Sie beispielsweise eine Jacke auf den Boden legen. Oder wenn Sie allenfalls Ihren Rucksack opfern. Denn Jacken und Rucksäcke und andere Dinge, die Sie auf den Boden legen, machen die Bären neugierig: Sie durchsuchen sie, und das können Sie ausnützen, indem Sie sich langsam und diskret entfernen.

 

 

Und wenn auch das nichts nützt?

 

Sollte es so weit kommen, wird es dramatisch. Dann sollten Sie sich zu Boden legen und sich nicht vom Fleck rühren. Sie sollten sich auch dann nicht vom Fleck rühren, wenn der Bär Sie beschnuppert und betastet.

 

Dass Sie sich nicht von der Stelle rühren, ist absolut notwendig. Wenn Sie sich nicht bewegen, kommt der Bär zum Eindruck, dass Sie ein totes Tier sind. Er hält Sie also buchstäblich für ein Aas. Tote Tiere aber mag er nicht, und so wird er sich enttäuscht von dannen begeben. Und Sie sind gerettet.

 

Und noch etwas: Verschränken Sie die Hände hinter dem Nacken. Das müssen Sie tun, weil sonst die Gefahr besteht, dass der Bär mit seinen Krallen die Halsschlagader aufritzt und Sie verbluten.

 

 

                           * * *

 

Doch wie gesagt: Es ist sehr, sehr unwahrscheinlich, dass es soweit kommt. Wenn Sie in Finnland sind und auf Ihre Gesundheit achten wollen, sollten Sie sich nicht wegen der Bären den Kopf zerbrechen.

 

Hingegen sollten Sie darauf achten, dass Sie   - vor allem in den dunklen Jahreszeiten - nüchtern und vorsichtig fahren und jederzeit darauf gefasst sind, dass ein verkehrstechnisch unbedarftes Rentier oder ein  Elch die Fahrbahn betritt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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