leseprobe

 

 

 

 

 

ZUERST EINMAL: SCHLAFEN SIE GUT!

 

 

Wenn Sie mit wenig Aufwand zu guten Noten kommen wollen, müssen Sie auf Ihren Schlaf achten: Sie müssen genügend lange und genügend gut schlafen.

 

Wie viele Stunden dies sind, ist schwierig zu sagen. Für einige Berufsschülerinnen und Berufsschüler genügen 4 oder 5 Stunden Schlaf pro Nacht. Andere brauchen 9 oder gar 10 Stunden. Die meisten der Berufsschülerinnen und Berufsschüler benötigen rund 8 Stunden. Das dürfte auch bei Ihnen so sein.

 

Sicher werden Sie sich fragen, warum der Schlaf für Sie dermassen wichtig ist.

 

Um dies zu erklären, müssen Sie für den Moment an ein Lagerhaus denken. In dieses Lagerhaus werden Waren gebracht. Diese Waren müssen im Lagerhaus ordentlich eingeräumt werden. Nur wenn man sie ordentlich einräumt, findet man sie später wieder.

 

Genauso verhält es sich mit Ihrem Gehirn. Es ist gewissermassen ein Lagerhaus, in dem Sie das jenes Wissen aufbewahren, das Sie auf eine Prüfung hin lernen. Dieses Wissen aber finden Sie nur dann, wenn es ordentlich eingeräumt worden ist.

 

Eigentlich müssen Sie sich über das Einräumen keine Gedanken machen: Ihr Gehirn erledigt dies. Das kann es jedoch nur tun, wenn Sie ihm dazu Zeit lassen.

 

Und damit sind wir wieder beim Schlaf: Wenn Sie schlafen, hat Ihr Gehirn Zeit, den Wissensstoff einzuräumen. Und umgekehrt gilt auch: Schlafen Sie zu wenig, räumt Ihr Gehirn den Prüfungsstoff nicht richtig ein. In Ihrem Gehirn entsteht ein Chaos, und das ist für Sie sehr unangenehm: Dann lässt Sie Ihr Gedächtnis während der Prüfung im Stich.

 

Kluge Berufsschülerinnen und Berufsschüler schlafen genug und achten darauf, dass ihr Gehirn Zeit zum Einräumen findet.

 

Kluge Berufsschülerinnen und Berufsschüler wissen aber auch, dass es neben dem Schlaf in der Nacht noch andere Möglichkeiten gibt, dem Gehirn beim Einräumen zu helfen.

 

Sehen wir uns diese anderen Möglichkeiten an:

 

Ihr Gehirn räumt auch dann den Wissensstoff ein, wenn Sie tagsüber schlafen. Praktisch geschieht dies, indem Sie vor dem Lernen schlafen – allerdings nicht allzu lange. Mehr als 40 Minuten dürfen es nicht sein.

 

Praktisch geschieht dies auch, wenn Sie sich nach dem Lernen hinlegen - 20 Minuten sind ideal. Mehr als 40 Minuten dürfen es auch hier nicht sein.

 

Wenn es ums Einräumen geht, sollten Sie auch an die Pausen denken. Ihre Eltern und Freunde sind zwar mächtig beeindruckt, wenn Sie stundenlang und ohne Unterlass lernen. Aber es lohnt sich nicht. In diesem Fall hinkt das Gehirn mit dem Einräumen hintendrein, und auch das schadet Ihrem Gedächtnis.

 

Machen Sie jedoch Pausen, geben Sie dem Gehirn Gelegenheit, den Wissensstoff richtig einzuräumen.  

Als Faustregel gilt dabei, dass Sie beim Lernen nach rund 20 Minuten eine kleine Pause einlegen sollten. Einige Minuten genügen.

 

Und schliesslich und endlich sollten Sie ab und zu auch Lern-Ferien einschalten – dann nämlich, wenn Sie sich während mehrerer Tage auf eine grössere Prüfung vorbereiten.

 

Lern-Ferien bestehen darin, dass Sie zwischendurch einen Tag lang kein Lehrbuch und kein Heft anschauen.

 

Das Gehirn schätzt diese Lern-Ferien. In diesen Ferien kommt es dazu, den Prüfungsstoff richtig einzuräumen.

 

Viele Berufsschülerinnen und Berufsschüler verzichten auf die Lern-Ferien. Sie befürchten, dass sie in den Ferien den Stoff wieder vergessen. Diese Befürchtung ist jedoch unbegründet. Lern-Ferien führen nicht dazu, dass der Prüfungsstoff vergessen wird. Lern-Ferien steigern im Gegenteil das Gedächtnis – und daran sollten Sie denken, wenn Sie sich auf eine grössere Prüfung vorbereiten.

 

 

Damit ist auch klar:

 

Natürlich ist es wichtig, dass Sie auf Ihre Prüfungen hin lernen. Doch wie Sie gesehen haben, sollten Sie nicht so lange lernen, bis Sie vor Müdigkeit fast unter den Tisch purzeln. Denn auch wenn es merkwürdig tönt: Beim Lernen schaut mehr heraus, wenn Sie ab und zu eben gerade nicht lernen, sondern halt eben schlafen, Pausen machen oder einen Ferientag einschalten.